Und wohin rennst du? Lebensstil, Hochschulpolitik, Globalisierung
26 Jan
Autor: Simon - Kategorie: News, Tipps zum Studium
29.01.2009 19:00 Uhr – “T-Stube im Pferdestall” Allende Platz 1
www.no-ya.de/pages/aktionenprojekte/tour.php:
Leistungsdruck, Konkurrenzgefühl, Karrierezwang – das Gefühl funktionieren zu müssen um Schritt zu halten… Wir sollen immer mehr, immer schneller lernen und arbeiten. Hoch flexibel sollen wir sein und gleichzeitig selbstbewusst und zielorientiert. Manchmal scheint es einem, als würde man nur noch als Produkt der eigenen, erbrachten Leistung wahrgenommen. Unsere Generation steht unter Stress, Depression und Burn-Outs werden zu Volkskrankheiten.
Das Studium muss möglichst schnell gehen. Anstelle vertiefender Seminare wird heute Berufspraxis schon im vorauseilenden Gehorsam studiert. Mit der flächendeckenden Umstellung der Studiengänge auf B.A./Master im Zuge des Bologna-Prozesses wird Bildung immer mehr zur Ware.
Bildung wird als ein Dienstleistungssektor betrachtet, den es zu privatisieren und zu ökonomisieren gilt. Heraus kommen zu Unternehmen umstrukturierte Hochschulen, die sich durch Studiengebühren und Kooperationen mit der Wirtschaft möglichst selbst finanzieren sollen.
Gut für einen immer schlanker werdenden Staat.
Unrentable Studiengänge werden gestrichen und das Studium verschult. Studiengebühren und eine hohe Arbeitsbelastung richten ein Studium in unserem ohnehin schon exklusive Bildungssystem gänzlich auf die Reproduktion finanzstarker „Eliten“ aus.
Das Studium dreht sich um den Erwerb arbeitsmarktrelevanter Qualifikationen und soll so die Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten. Das europäische Hochschulsystem, so finden 29 europäische Staaten, die am Bologna Prozess beteiligt sind, muss umgestaltet werden, um auf dem globalen Bildungsmarkt mithalten zu können.
Aber wem nützt dieser Bildungsmarkt überhaupt? Welche Weichen werden durch die Umstrukturierung unseres Hochschulsystems gestellt? Welche Vorstellungen von Bildung und Forschung stehen dahinter und welche Vorstellung haben wir?
Wir von Noya, sind ein globalisierungskritisches Jugendnetzwerk unter dem Dach von Attac.
Wir fragen uns: Wohin rennt unsere Generation? Wohin rennst du?
Um das herauszufinden gehen wir zwischen Dezember und Januar auf Tour, ziehen durch 6 Unistädte, um Eure Fragen und Meinungen zu sammeln. Wir wollen uns zu den Themen austauschen, diskutieren und und Entwicklungen in Frage stellen.
Was haben unsere alltäglichen Lebenserfahrungen mit den Veränderungen im Bildungssektor zu tun? Inwiefern sind sie Ausdruck einer neoliberal gestalteten Globalisierung? Was bedeutet das für unseren individuell gestaltbaren Lebensstil?
Die Form der Veranstaltungen ist offen, es geht uns um Interaktivität und eure Mitarbeit. Denn die Erfahrungen zunehmender Leistungsanforderungen teilen wir alle…
In Bielefeld, Bremen, Erfurt, Hamburg und Berlin wollen wir uns jetzt mit den Themen: Lebensstil, Hochschulpolitik und Globalisierung nähern und diskutieren. Wir möchten uns mit euch zusammen Fragen stellen, diese aufzeichnen und auf den Kapitalismus-Kongress tragen, der vom 6.-9.3.09 in Berlin stattfindet. Auf diesem werden die Problematiken des Kapitalismus aus verschiedenen Sichtweisen heraus behandelt und auch wir von Noya werden Workshops gestalten, die das Thema aus Perspektiven unserer Generation heraus betrachten und zugänglich machen. In einem großen Podium wollen wir Experten mit euren Fragen konfrontieren und diskutieren.
Seid dabei! Wir freuen uns auf euch!
Trackback Uri kopieren
http://www.fsr-geographie.de/2009/01/und-wohin-rennst-du-lebensstil-hochschulpolitik-globalisierung/trackback/
Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.
